Willkommen! Melden Sie sich an oder registrieren Sie sich.

Um schreiben oder kommentieren zu können, benötigen Sie ein Benutzerkonto.

Anmelden - oder - Benutzerkonto erstellen

Ich habe mir gerade folgenden Film angesehen...

  • Die Nibelungen: Siegfried - Wenn man über diesen Film etwas liest, dann kommen meist Superlative und die Behauptung, dass Filmreihen wie Herr der Ringe oder Star Wars ohne diesen Film kaum denkbar seien. Der Gedanke ist allerdings gar nicht so abwegig. Lang hat die Nibelungensage in ein totales visuelles Design gekleidet. Die Arrangements sind in den Punkten Größe, Komposition und ästhetischer Geschlossenheit noch heute verblüffend. Auch in technischer Hinsicht ist der Film beeindruckend gut gealtert. Man muss nur an fantastische Filme der fünfziger und sechziger Jahre mit ihren Pappmaché-Bauten und naiv getricksten Kreaturen denken, um die inszenatorische Vision, angesichts dieses noch jungen Mediums und des technisch Machbaren, zu würdigen. Die Welt der Nibelungen ist hier eine geschlossene Fantasywelt, die germanische Ideale und Mythen mit brutaler politischer Intrige der Realwelt verschränkt. Wenn ich das richtig verstehe, dann wurde hier vor allem die Wagner-Adaption als Vorlage genommen. Im Gegensatz zum mittelhochdeutschen Epos fehlen hier einige Details, die man kennen sollte, um über Figurenmotivationen und deren Hintergründe im Bilde zu sein. Die technische und inszenatorische Perfektion sollte hingegen niemanden entgehen (5/5).

  • American Cyborg: Steel Warrior, inhaltlich recht ordentlich zusammengeklauter Endzeit-Heuler aus dem B-Regal, der optisch deutlich näher an 80er-Italo-Weltuntergangsexploitation angelehnt ist, als vorangegangene Cannon-Produktionen, was sicher auch mit dem (stärker) begrenzten Budget begründet werden kann. Da der Film ein recht flottes Tempo an den Tag legt und auch die (kleingehaltenen) Krawallszenen brauchbar eingefangen wurden, kommen Anhänger günstiger B-Sci-Fi-Action auf jeden Fall auf ihre Kosten. Gute 6 von 10.


    vlcsnap-2017-08-10-17h41m27s548-e1502383335761.png?w=470&h=270



    American Ninja (American Fighter), kunterbunte Martial-Arts-Action, die ich mit etwa 10 Jahren derbe abfeierte und die auch heute noch auf eine naiv-charmante Art zu unterhalten weiß. Gute 6 von 10.


    a8be6c55b975913300f2d55362641182.gif

  • Murder on the Orient Express (Mord im Orient-Express, 2017), kurzweiliger Murder-Mystery-Krimi, der sich weitgehend an die Vorlage hält und Kennern der Geschichte somit keine großen Überraschungen bietet, dank des Darstellerensembles und der Ausstattung aber zu den überdurchschnittlichen Genrebeiträgen gezählt werden darf. Knappe 8 von 10.


    tumblr_oqvlsoaN4k1vww08oo1_500.gif

  • Die Nibelungen: Kriemhilds Rache – Teil 2 der Nibelungensage konzentriert sich voll auf die titelgebende Rache und schildert detailreich das machiavellische Ränkespiel, das Kriemhild mit Gunther und Hagen auf der einen und Etzel und seine Horden auf der anderen Seite abzieht. Der Abwechslungsreichtum und die sagenhaften Elemente der Siegfried-Geschichte sind hier passé und man ist voll drin in hochmittelalterlicher Machtpolitik. Das ist immer noch ganz hervorragend gemacht, aber es fehlt an Abwechslung in jeder Beziehung und ist auch ganz schön lang (3,5/5).

  • Brazil – Der haute mich schon vor fünfzehn Jahren nicht vom Hocker. Ich fand den überlang und konfus. Auch heute noch ist das ein Film, der mich nicht gerade mit auf die Reise nimmt. Teilweise kann der Film nichts dafür, denn die dargestellte Dystopie erfüllt die beabsichtigte Wirkung: Die vollgestopften Räume, die Enge und die wie Gedärme aus den Wänden quellenden Leitungen und Rohre verursachen ein klaustrophobisches Gefühl beim Zuschauer. Die porträtierte Gesellschaft ist schrill und obszön. Ich habe mich in der Welt von Brazil sehr unwohl gefühlt. Aber das ist okay. Gestört hat mich hingegen, dass der Film mit dem bekannten Plot des Protagonisten, der sich vom kleinen Rädchen im Getriebe des dystopischen Machtapparats zum Störfaktor entwickelt, keinen Zug in die Erzählung bekommt. Dem Film hätten ein paar Kürzungen und eine stringentere Erzählweise gutgetan (3/5).

  • Kwaidan – Vier Episoden in drei Stunden sind eine Ansage. Episode 1 mit der verlassenen Ehefrau ist gefällig und führt einem schon Herausforderungen und Stärken Kwaidans vor Augen. Die Gespenstergeschichten orientieren sich scheinbar an Volkssagen, sind visuell extrem opulent ausstaffiert und werden von einer desorientierenden aber sinnigen Soundkulisse begleitet. Die zweite Geschichte mit der Frosthexe war mein Favorit. Der Film sieht fast immer ziemlich grandios aus, aber was hier im verschneiten Wald, an zugefrorenen Seen und um eine kleine Berghütte an farbenprächtigen Augenfick abgeht, ist absolute Extraklasse. Auch Episode 3 haut einem mit heißlaufender Nebelmaschine den optischen Nektar um die Ohren, allerdings ist sie mit neunzig Minuten überlang und obendrein tritt als Erzähler ein singender Mönch auf, der einem mit seinem Gejaule die Nerven zerschreddert. Die letzte Folge hat bei mir keinen Eindruck hinterlassen, aber zumindest Episode 2 muss man gesehen haben (4/5).

  • Dunkirk (2017)


    We shall go on to the end. We shall fight in France, we shall fight on the seas and oceans, we shall fight with growing confidence and growing strength in the air... We shall defend our Island, whatever the cost may be; we shall fight on the beaches, we shall fight on the landing grounds, we shall fight in the fields and in the streets, we shall fight in the hills; we shall never surrender.


    In der ihm eigenen typischen perfektion inszeniert Nolan hier die vielleicht dunkelsten Tage des britischen Empire während des 2. Weltkrieges zwischen 26. Mai und 4. Juni 1940. Und irgendwie fühlt sich der mit etwas unter 1:40 Minuten erfreulich kurz geratene Film wie der erste Teil einer trilogie an. die hauptcharaktere werden nur angerissen, der spannungsbogen - insofern hier überhaupt davon gesprochen werden kann - wird eigentlich nur vom allgegenwärtigen unfassbar nervigen experimental-gejaule und gedröhne eines Hans Zimmers aufrechterhalten und reisst am ende abrupt ab. der zuschauer kann keinerlei emotionales attachment zu irgendeiner der handelnden figuren aufbauen und verfolgt somit seltsam distanziert das gezeigte (durchaus imposante) schlachtengedröhn in stahlgewittern, jedoch ist dies schlichtweg zu wenig um nachhaltig zu begeistern.

    mit einer wertung tue ich mich hier sehr schwer, das typische "don't know if like" würde bis zweitsichtung (k.a. ob die jemals passieren wird...) am besten passen. also erstmal verhaltene 6/10 und auf jedenfall der bislang "schwächste" Nolan.



    iRoQRK8.gif