Ich habe mir gerade folgenden Film angesehen...

  • A Quiet Place

    Was für ein Ritt. Unglaublich intensiver Horrorthriller, der auch auf der emotionalen Ebene bestens funktioniert. Die Spannung wird vor allem in der zweiten Hälfte so nach oben geschraubt, dass man manchmal am liebsten aus dem Kinosessel springen wollte.


    Auch ein Lob an das Publikum gestern bei der Sneak. Es war eine ungewöhnliche Stille im Saal - man hörte keinen Mucks.


    4,5/5

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    Sei kein Schwein, gönn' Dir PRIME

  • Criminal Squad (Den of Thieves)


    Da ist der Regisseur vermutlich Fan von HEAT, und wollte auch mal einen Film in der Richtung drehen.

    CRIMINAL SQUAD kommt zwar nie an die Klasse eines HEAT heran, unterhält dennoch von Anfang bis Ende ausgezeichnet. Der Cast gefällt, und Gerald Butler gibt ein recht gutes Arschloch ab. Die beiden größeren Shootouts fand ich großartig, und die Schlusspointe weiß auch zu gefallen.


    3,5/5

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    Sei kein Schwein, gönn' Dir PRIME

  • The World‘s End – Ich fand den beim ersten Mal nicht so doll. Im Gegensatz zu Hot Fuzz und Shaun zeigten sich so langsam Ermüdungserscheinungen am Konzept. Im zweiten Anlauf funktionierte der besser. Der Pub Crawl in zwölf Etappen hat etwas jungenhaft Romantisches, was nicht zu sehr dadurch getrübt wird, dass die Figuren etwas überzeichnet sind. Das Buddy-Flair hätte etwas authentischer sein können. Im zweiten Teil des Films macht sich eine gewisse Monotonie breit, weil der Film viele ähnliche Szenen reiht. Spaßig war es trotzdem noch ganz gut. The World‘s End kann man immer gut in der Hinterhand haben, wenn Besuch kommt und Hochprozentiges gereicht wird (3,5/5).

  • The Post


    Inszenatorisch ist der Film natürlich aus einem Guss. Spielberg, wie man ihn kennt, wenn er sich historischen Stoffen annimmt. Da kann man ihm keinen Vorwurf machen. Oder doch? Ja, denn gerade weil es ein Spielberg-Filme ist, sind gewisse Szenen drin, die zwangsläufig immer auftauchen müssen, wenn er historische Vorlagen melkt. Natürlich ist Meryl Streep diese etwas kauzige, aber vooooll total emotionale Verlegerin, die gerne auf dem Bett sitzt und bekundet, dass sie den Posten sich doch so nie gewünscht hat. Natürlich gibt es mit stolzer Brust vorgetragene Monologe über die Pressefreiheit und die Selbstbeschuldigungen schlecht gearbeitet zu haben in der Vergangenheit. Mitunter wirken diese (dramaturgisch natürlich nachvollziehbaren) Szenen peinlich aufgesetzt. Dafür entschädigt das schön in Szene gesetzte Washington der 70er-Jahre. Wenn Journalisten Kette rauchen und auf ihrer Triumph Adler tippen oder Bleisatz gelegt wird, ist das schön. Der Volontär hat nicht einmal einen Namen und niemand fiele es ein, ihn mit Namen anzureden. Er ist nur der Volo - sonst nichts. Herrlich auch die Redakteurin, die nicht auf Fashion-Berichterstattung festgelegt werden will und das generelle Frauenbild in der Gesellschaft der 70er, das der Film da abbrennt. Der Film ist unglaublich detailverliebt in der Ausstattung. Überraschung: Sogar Tom Hanks reißt hier darstellerisch ordentlich was. Bei der Top-Besetzung kann man nur den Hut ziehen. Allerdings hat mich eine Sache unglaublich genervt: Meryl Streep. In Kartoffelsäcken gekleidet, stolpert sie von Szene zur Szene und ist darstellerisch in einem Modus gefangen, der ihre Rolle negiert. Sie ist nicht die unentschlossene aber geschickt taktierende Verlegerin der Washington Post, sie ist Meryl Streep im Oscar-Modus. Ständig knallhart an der Grenze zum Overacting, überschwemmt sie die Szenerie mit Gestiken und Mimiken, die schon nach kurzer Laufzeit gehörig nerven. Augenreiben, Gestikulieren, Hände hier ablegen, Hände dort ablegen, Wegdrehen, große Kulleraugen machen, entrüstetes Entgleisen der Gesichtszüge, Weinen, Zappeln und und und. Das typische Streep-Programm. 7 von 10

  • Hatchet 4


    Werde nie verstehen, warum die Filme der Serie immer so als 80s-Revival-Slasher beworben und gepriesen werden. Außer dem typischen Slasher-Grundgerüst (jeder Ära) und dem ein oder anderen 80s-Slasher-Star hat die Reihe meiner Meinung nach nicht soooo viel mit den üblichen Klassikern am Hut. Viel eher bekommen die Zuschauer hier seit Jahren Gaga- und Fäkalhumor-Comedy mit Splatter-Entgleisungen serviert. So auch beim neusten Aufguss. Und der ist gar nicht einmal so übel geraten, auch wenn er offensichtlich das bisher kostengünstigste Sequel ist (die meiste Zeit spielt der Film in einem abgestürzten Flugzeug oder davor). Kane Hodder stampft als grässlich entstellter Victor durch den Sumpf und zerteilt und metzelt sich grafisch ziemlich explizit durch die Reihen der Dummbeutel. Mehr nicht. Aber: Green hat diesmal alles an pubertärer Blödelei in den Film gepackt, was man wohl bei Dumm und Dümmer 2 nicht mehr brauchte. Völlig asozial und durchaus lustig. 7 von 10

  • Hatchet 3


    Huch! Da war mir beim sehen des vierten Teils ja völlig entfallen, dass ich den Vorgänger bisher nicht kannte. Hatte ich zwar auf dem Schirm, aber irgendwie nie nachgeholt. Jetzt aber. Nun, der dritte Teil fährt die übliche Serien-Dröhnung an Splatter-Einlagen auf. Eingerahmt ist das Gematsche aber diesmal in einer Art Predator-Kopie. Hier gibt's Swat-Teams mit richtig fetten Wummen und Raketen. Im Gegensatz zu den übrigen Filmen der Reihe ist Teil 3 aber eindeutig der mit dem geringsten Comedy-Anteil. Da wirkt das asoziale Cameo von Sid Haig doch etwas deplatziert. Augenscheinlich ist dieses Sequel auch das finanziell teuerste gewesen. So viel Krach und Bumm, Krawall und Explosionen hat kein anderer Hatchet-Film zu bieten. Kann man nebenher ma einwerfen. 6 von 10

  • Ich fand damals den ersten Hatchet-Film nur mäßig. Ich hatte voll den spannenden Film erwartet und war irritiert, dass der Film so zotig war. Ich könnte mir aber Mitseher zusammentrommeln und mir die Reihe mal vornehmen. Hört sich nach ner Menge Spaß an.

  • Ich fand damals den ersten Hatchet-Film nur mäßig. Ich hatte voll den spannenden Film erwartet und war irritiert, dass der Film so zotig war. Ich könnte mir aber Mitseher zusammentrommeln und mir die Reihe mal vornehmen. Hört sich nach ner Menge Spaß an.

    Der erste ist tatsächlich eher mäßig. Teil 2 hingegen ist ein hirnloses Splatterfest voller Sauereien. 3 und 4 setzen auch völlig aus grafisch explizite Kills.

  • Hatchet I und II


    So, nochmal nen Double Feature reingeschoben, um nen besseren Vergleich zu den Teilen 3 und 4 zu haben. Hat jetzt abermals bestätigt, was ich noch erinnerte. Der originale Hatchet ist trotz der ganzen Cameos von Horrorfilm-Ikonen ein unausgegorener Langweiler, der einzig durch halbwegs geglückte Gore-Einschübe (zumeist am Ende) Pluspunkte sammelt. 3 von 10

    Das Sequel ist dagegen durchaus eine unterhaltsame Steigerung. Besonders in der letzten halben Stunde gibt's einen hohen Bodycount und manches Gesplatter zu sehen. 6 von 10

  • The Florida Project {2017, Sean Baker}

    Ein warmherziger und äußerst tragischer Film zugleich. Tolles Porträt einer kleinen Welt von irgendwie verlorenen Menschen, die in starkem Kontrast zur Umgebung steht. Toll gespielt (vor allem das kleine Mädel ist fantastisch), detailreich und nuanciert gefilmt. Kein klassisches Erzählkino, eher Zustands- und Lebensbeschreibung, aber in jeder Minute beeindruckend und spannend.

    8,5/10

  • Sexykiller {2008, Miguel Martí}

    Ziemlich halbgare Horrorkomödie, die viel verspricht, aber kaum liefert. Macarena Gomez macht zwar 'nen ordentlichen Job, aber mit dem einfallslosen Drehbuch, dem viel zu verzwungenen Humor, der einem nur hie und da ein müdes Lächeln abringt, und der spannungsarmen Entwicklung steht sie auf verlorenem Posten. Weder richtig sexy, noch richtig blutig dümpelt der Film höhepunktlos vor sich hin. Wenigstens ist der Film optisch ganz ansprechend geraten.

    4/10

    Hab ich damals beim FFF gesehen und in besserer Erinnerung :reaction:

  • The Last Movie Star 08/10


    Burt Reynolds spielt einen ins hohe Alter gekommenen ehemaligen Top-Schauspieler namens Vic Edwards ... aber natürlich spielt er im Grunde sich selbst.

    Vergräzt und gesundheitlich schwer angeschlagen zehrt er von den letzten Krümeln seines lang zurückliegenden Ruhms, als ihn die Einladung zu einer Preisverleihung für sein Lebenswerk auf einem Filmfestival in Nashville erreicht. Mürrisch quält er sich dort hin, um festzustellen, daß das besagte Festival lediglich aus einem Haufen Film-Nerds im Hinterraum einer abgehalfterten Kneipe besteht ...

    Wie es weiter geht, werde ich natürlich nicht verraten, aber daß sich hieraus eine wunderbare ans Herz gehende Tragikomödie entwickelt, liegt ja quasi auf der Hand.

    Burt Reynolds legt in diesem Film eine derart eindrucksvolle Selbstironie aufs Parkett, daß man aus dem Lachen, aber auch dem Mitleiden gar nicht mehr heraus kommt und Ariel Winter ist als orientierungslose Vertreterin der Social-Media-Generation sein perfekter Sidekick.

    Sehr schön sind auch einige Originalszenen aus klassischen Burt-Reynolds-Filmen, in denen der greise Burt in seinen Gedanken auf sich selbst in seinen besten Jahren trifft.


    Ich habe schon lange nicht mehr einen Film so sehr genossen und wer das Herz am rechten Fleck hat, dem dürfte am Ende sicherlich ein genau so großer Seufzer entströmen wie mir.


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  • Ready Player One (Kino), nettes, technisch beeindruckend umgesetztes und größtenteils familientaugliches Sci-Fi-Abenteuer, dessen Storygerüst eher einfach gehalten wurde, was eine größere Konzentration auf den Nostalgiaploitationaspekt mit seiner fast unüberschaubaren Flut an Popkulturzitaten und -verweisen erlaubt. Kann man, gerade als Freund von Unterhaltungsmedien der 80er und 90er, gut gucken. 7 von 10.


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  • "Ready Player One" (3D)


    Spielberg kann es noch. "Ready Player One" ist ein dystopischer SF-Thriller, der als flotte und herrlich nerdige Mischung aus "Tron" und den "Goonies" prächtig unterhält und gleichzeitig eine Liebeserklärung an Filme und Videospiele ist.


    In einer tempo- und actionreichen Schnitzeljagd durch den Cyberspace gilt es, Prüfungen zu bestehen und ein Easter Egg in der virtuellen Spiele-Realität der "Oasis" zu finden, das der verstorbene Designer dort als Vermächtnis hinterlassen hat, und das unermesslichen Reichtum, die Herrschaft über die "Oasis" und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft verspricht. Wie zu erwarten, kleben den passionierten Schatzsuchern sowohl im Cyberspace als auch in der realen Welt alsbald etliche feindliche Parteien am Rockzipfel.


    Ihre besondere Würze erhält die Suppe durch die mit In-Jokes und popkulturellen Verweisen auf die 80er und 90er Jahre vollgestopfte Welt der "Oasis". Für Gamer und Filmfreaks ist das ein einziger Nerd-Traum und Nostalgieflashs und wissendes, seliges Grinsen sind Dauerzustand. Wer alles entdecken will, kommt um Mehrfachsichtungen kaum herum.


    Optik, Produktionsdesign und Effekttechnik sind Dinge, die man Spielbergs Filmen praktisch nie negativ ankreiden kann und so ist es auch hier. Eine der wundervollsten Szenen des Films findet in den Kulissen eines meiner liebsten Kubrick-Filme statt und stellt einen der erstaunlichsten und kreativsten Einsätze heutiger Effekttechnik dar.


    Die jungen Darsteller Tye Sheridan und Olivia Cooke machen sowohl in der Realität als auch als Avatare im Cyberspace eine anständige Figur, natürlich ist auch Spielbergs neuer Hausschauspieler Mark Rylance mit von der Partie und Ben Mendelsohn darf erneut als famoser Darsteller unsympathischer, skrupelloser Kotzbrocken glänzen.


    Die Musik kommt diesmal nicht von Spielbergs Stammkomponisten John Williams, sondern von Alan Silvestri, der nicht nur seine eigenen, sondern auch allerhand andere bekannte Themen zitieren darf.


    Ohne Nerdbrille: 8/10


    Mit Nerdbrille kann man locker noch einen Punkt draufpacken.

    "Die sogenannte 'Klassifizierung' von Filmen ist das letzte Stadium der Gehirnerweichung (...) Es gibt keine 'wichtigeren' oder 'unwichtigeren' Filme. Für den einen ist das wichtig, für den anderen jenes. Es gibt nur entweder Faszination oder keine. Und es ist nicht Sache dieser lästigen Scheißfliegen von selbsternannten 'Kritikern' das zu beurteilen." (Klaus Kinski)

  • Annihilation – Wenn man in der letzten Zeit einen zarten Hang zu esoterischer (the Arrival) bzw. existentialistischer Sci-Fi (Ex-Machina, Moon), also erwachsener Genre-Kost, wahrnehmen kann, so bleiben die Filme doch oft hinter ihren interessanten Prämissen zurück. Kaum einer hallt nach wie die zugegeben sperrigen Werke eines Tarkowskis oder Kubricks. Sci-Fi ist oft spezialeffektlastig, das kostet Geld, das muss Zuschauer bringen, und die wollen am Ende gerne alles nett erklärt haben. Ich bin allerdings bereit, in einem Sci-Fi/Fantasy-Film nicht alles verstehen zu müssen; im Gegenteil, wenn die Filme mir andere, mehrdeutige Räume öffnen, die an das Unterbewusste anschließen oder abstrakte Konzepte versuchen zu versinnlichen, empfinde ich das als spannender als Filme, die mir am Ende eine Morallektion oder die xte Verlustgeschichte mit dem Schleifchen binden. Nichts ist schlimmer, als ein vielversprechender „High-Concept-Film“ wie the Arrival, der in platten wie sentimentalen Eindeutigkeiten verendet.

    Ich weiß gar nicht, ob ich jetzt wirklich neue Erkenntnisse aus Annihilation mitgenommen habe, aber ich fand den Film schon als geführte Kunstinstallation sehr stimulierend. Diese traumartige Anderswelt war wirklich fremdartig, dabei schön und beunruhigend zugleich. Und der Film hat viel smarten Subtext zu bieten, den einem denofgeek und digitalspy. gerne erklären. Ich habe versucht, das in einen kurzen, griffigen Absatz zu packen, bin daran allerdings gescheitert und hänge mich nun einfach an die ran und bestätige: Annihilation ist ziemlich toll (4,5/5).

  • Loving Vincent, partiell in Rückblenden erzähltes und um Versatzstücke des Kriminalfilms angereichertes teilbiografisches Drama, das inhaltlich nicht über die gesamte Spielzeit zu überzeugen vermag, dank der Umsetzung als Animationsfilm, der sich aus zehntausenden, am Stil und teilweise auch direkt an den Werken van Goghs angelehnten Ölgemälden zusammsetzt, aber ein vorerst einmaliges, wenn auf Dauer auch leicht anstrengendes Spielfilmerlebnis bietet. 7 von 10.


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  • Vengeance {2009, Johnnie To}

    Ein typischer To, dieses Mal mit exotischer Unterstützung von Johnny Hallyday, der mir gut gefallen hat. Dazu Anthony Wong, Simon Yam und Lam Suet, einfach genial. Das Macau-Setting war mal eine angenehme Abwechslung. Die Picknick-Sequenz und auch das Finale sind vom Feinsten. Die ganze Inszenierung ist mal wieder topp. Geschichte taugt auch.

    8,5/10