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Beiträge von Latte

    In ihrem Haus {2012, François Ozon}

    Von Ozon wie üblich gekonnt inszenierter Psychothriller mit toller Besetzung, der geschickt mit den voyeuristischen Neigungen seiner Zuschauer spielt und bei dem Fiktion und Realität verschwimmen. Spannend, lustig, gut gespielt.

    8/10

    The Adventurers {2017, Stephen Fung}

    Flotter Heist-Film mit guter Besetzung, der das Rad zwar nicht neu erfindet, aber sehr kurzweilig ist, ordentliche Action bietet und bei dem die Balance aus Ernst und Humor stimmt. Optisch ansprechend ist das Ganze auch inszeniert. Macht Spaß!

    7/10

    Super Dark Times {2017, Kevin Phillips}

    Recht düsteres Jugenddrama, bei dem ein schrecklicher Unfall das Leben und die Freundschaft zweier Freunde extrem belastet. Gute, unverbrauchte junge Darsteller und die feinen Zwischentöne in der Handlung und den Verhaltensweisen der Charaktere sind das große Plus des Films. Nimmt zwischendurch das Tempo fast ein wenig zu viel raus, dadurch wirkt allerdings die Schlusssequenz umso intensiver.

    7,5/10

    Tokyo Godfathers {2003, Satoshi Kon}

    Schade, dass Satoshi Kon so jung verstorben ist, denn seine Animefilme sind durchgehend von sehr hoher Qualität. Drei Obdachlose (ein Ex-Radprofi, der seine Familie verloren hat, ein Transvestit und eine junge Ausreißerin) finden in einem Abfallberg ein Baby und machen sich auf die Suche nach der Mutter. Die drei sehr unterschiedlichen Charaktere ergeben ein sympathisches Team, obwohl keiner von Ihnen frei von Fehlern ist. Aber die gemeinsame Aufgabe schweißt zusammen. Und diese drei zentralen Figuren sind auch die große Stärke des Films, man leidet und freut sich mit Ihnen. Dieses warmherzige Trio steht im Gegensatz zum im doppelten Sinne kalten Großstadtdschungel.

    8/10

    The Untamed (La región salvaje) {2016, Amat Escalante}

    Die Mischung aus Familien- und Liebesdrama garniert mit horrorerotischer Mystik in Form eines Tentakelwesens funktioniert sehr gut. Das ländliche Lebensglück mit Familie und Kindern bekommt Schritt für Schritt tiefe Risse.

    Die Kameraarbeit hat mir sehr gut gefallen, es gibt viele schöne lange Einstellungen und tolle Bilder. Die Darsteller unterstreichen mit ihrer reduzierten Art die unheimliche Atmosphäre. Die langsame Erzählweise saugt den Zuschauer unaufhaltsam Schritt für Schritt auf.

    8/10

    Your Name {2016, Makoto Shinkai}

    Mal wieder ein toller Anime aus Fernsost. Die Optik ist wie üblich ein Traum, kein Vergleich zu der kalten Computeroptik der Hollywood-Animationsfilme, mögen sie noch so bunt sein. Die Hauptcharaktere sind absolute Sympathieträger. Die Geschichte ist lustig, ergreifend, traurig, schön ... und am Ende sitzt man da und ist wieder total begeistert.

    8,5/10


    Lief erfreulicherweise im größten Kinosaal und war sehr gut besucht. Kino hat über 600 Plätze. Die 17-Uhr-Vorstellung am Sonntag ist auch schon so gut wie ausverkauft und die OmU um 20 Uhr zu zwei Dritteln.

    Der zurückgezogen im bulgarischen Hinterland lebende Eisenbahnarbeiter Tzanko findet bei der Arbeit Bargeld in Millionenhöhe auf den Gleisen. Er übergibt ohne zu zögern das Geld an die Polizei - obwohl ihn seine korrupten Kollegen dafür auslachen. Natürlich erregt der Fund in der Öffentlichkeit und bei den Behörden Aufsehen. Julia Staikova, ehrgeizige PR-Managerin für das Verkehrsministerium, wittert darin eine Chance. Sie beschließt Tzanko als Ablenkung von einem Korruptionsskandal zu benutzen. Ein folgenschwerer Plan, der Tzankos bislang einfaches Leben zum Opfer der chaotischen Mühlen der Bürokratie werden lässt.




    Gelungene Gesellschaftsstudie, bei der sich die Ereignisse unaufhaltsam ihren tragischen Weg bahnen.

    Die interessanten, vielschichtigen, gut gespielten Charaktere sind das große Plus des Films. Es gibt jede Menge Situationen, in der man schmunzeln oder auch leise vor sich hinlachen muss. Wobei einem manchmal das Lachen etwas im Halse stecken bleibt. Das Regie-Duo Kristina Grozeva und Petar Valchanov hat ein ganz feines Gespür für die Wirkung bestimmter Situationen, die es dem Zuschauer eher durch die Hintertür vermittelt durch entsprechende Dialoge, Gesten und Verhaltensweisen der Personen. Das Ende ist noch mal ein schöner Schlag in die Magengrube. Das Foto oben ist eine geniale Einstellung. Könnte man sich als Bild an die Wand hängen.

    Bulgarisches Kino, wieso nicht ...

    8/10