Beiträge von Latte

    Vengeance {2009, Johnnie To}

    Ein typischer To, dieses Mal mit exotischer Unterstützung von Johnny Hallyday, der mir gut gefallen hat. Dazu Anthony Wong, Simon Yam und Lam Suet, einfach genial. Das Macau-Setting war mal eine angenehme Abwechslung. Die Picknick-Sequenz und auch das Finale sind vom Feinsten. Die ganze Inszenierung ist mal wieder topp. Geschichte taugt auch.

    8,5/10

    The Florida Project {2017, Sean Baker}

    Ein warmherziger und äußerst tragischer Film zugleich. Tolles Porträt einer kleinen Welt von irgendwie verlorenen Menschen, die in starkem Kontrast zur Umgebung steht. Toll gespielt (vor allem das kleine Mädel ist fantastisch), detailreich und nuanciert gefilmt. Kein klassisches Erzählkino, eher Zustands- und Lebensbeschreibung, aber in jeder Minute beeindruckend und spannend.

    8,5/10

    Sexykiller {2008, Miguel Martí}

    Ziemlich halbgare Horrorkomödie, die viel verspricht, aber kaum liefert. Macarena Gomez macht zwar 'nen ordentlichen Job, aber mit dem einfallslosen Drehbuch, dem viel zu verzwungenen Humor, der einem nur hie und da ein müdes Lächeln abringt, und der spannungsarmen Entwicklung steht sie auf verlorenem Posten. Weder richtig sexy, noch richtig blutig dümpelt der Film höhepunktlos vor sich hin. Wenigstens ist der Film optisch ganz ansprechend geraten.

    4/10

    Single Rider {2017, Lee Joo-Young}

    Ganz ruhiges, unaufgeregtes Drama, das aber keine Sekunde langweilig ist, da Lee Byung-hun einfach fantastisch spielt und die Geschichte zwar sehr langsam erzählt wird, aber trotzdem spannend ist und den Zuschauer emotional hervorragend involviert. Schön gefilmt ist das auch und bietet mit Sydney eine tolle Location. Die dezente aber schöne Musikunterlegung ist noch das Sahnehäubchen. Feiner Film.

    8/10

    Blade of the Immortal {2017, Takashi Miike}

    Die Kämpfe sind super und haben richtig Drive. Dazu gibt's eine ganze Menge recht schräger Charaktere, die in schöner Regelmäßigkeit auftauchen. Die zentralen Figuren erhielten ein gutes Profil und die Ausgewogenheit der ruhigen und Kampfszenen machen Miikes hundertsten Film zu einer runden Sache.

    8/10

    Jailbreak {2017, Jimmy Henderson}

    Gibt nix zu meckern. Äußerst sympathischer Film, der wirklich gelungene Fights am laufenden Band bietet. Story ist vernachlässigbar, die ganze Darstellerriege harmoniert aber äußerst gut. Schauspielerische Glanzleistungen darf man natürlich nicht erwarten. Fand den einfachen aber effektiven Score ganz gut und passend. Kameraführung ebenfalls gut. Man merkt in jeder Sekunde, dass die ganze Filmcrew einen Heidenspaß gehabt haben muss. Gute, rustikale Action, mit Minibudget im Rahmen der Möglichkeiten inszeniert.

    7/10

    The Human Centipede III (Final Sequence) {2015, Tom Six}

    Die ersten beiden finde ich ja toll. Den dritten habe ich gestern geguckt. Zwar ist der schon nicht so gut wie die beiden anderen, aber die One-Man-Show von Laser hat was. Völlig drüber seine Vorstellung, komplett drüber, aber genau deshalb macht's Spaß. Einige "schöne" Sicko-Momente gibt's auch wieder. Die Auftritte von Tom Six himself und Eric Roberts waren 1a. Formal ist das natürlich eher Kellerniveau. Bad movie gone badly right. 20 Minuten kürzer hätten aber auch gereicht.

    6,5/10

    Manhunt {2017, John Woo}

    Nicht gerade eine Totalgurke, aber zumindest ausgiebig in Gurkenwasser gebadet. Immerhin ist die Action teilweise ganz nett anzusehen. Die Ballereien gehen zumindest einigermaßen in Ordnung, auch wenn sie nicht spektakulär sind, die Jetski-Verfolgungsjagd hingegen ist superlahm.

    Alles andere ist wirklich haarsträubend: Story, Schauspiel, Dialoge. Und beim Showdown stimmt eigentlich gar nix. Fürchterlich. Man kann jedoch nicht sagen, dass der Film langweilig ist, denn es passiert irgendwie immer was, über das man sich aufregen kann oder wozu man einfach nur "Was zum Geier ..." denkt.

    4/10

    Southpaw {2015, Antoine Fuqua}

    Der Film macht es einem in der ersten guten Stunde recht schwer. Die Handlung kommt nur schleppend voran und verliert sich in einigen Szenen etwas. Dazu kommt, dass man zum Charakter Hope keinen richtigen Zugang bekommt. Im Prinzip ist er einfach nur ein unsympathischer Grobklotz, den das Schicksal - man mag fast sagen verdient - äußerst hart trifft. Das spielt Gyllenhaal allerdings sehr echt und gut. Die Story nimmt den üblichen Verlauf, sodass die große Spannung auf sich warten lässt. Dafür lebt der Film von seiner guten Kameraarbeit und irgendwie kriegt er zum Endkampf hin doch noch ganz gut die Kurve. Dieser ist zwar recht unspektakulär geraten, dafür wirkt er echter als die Prügelorgien in anderen Boxerfilmen. A Mixed Bag, wie man so schön sagt, und ganz sicher nicht Fuquas beste Arbeit. Ordentlich, wenn auch nicht richtig gut. Gyllenhaal mag ich aber auch hier. Klarer Puntksieger: Creed.

    6,5/10

    I, Tonya {2017, Craig Gillespie}

    Tragische und kuriose Geschichte, von der man heute immer noch nicht weiß, wie sie sich genau zugetragen hat. Daher ist der Film eine Art Interpretationsversuch aufgrund der Informationen, die man hat. Die Mischung aus Drama und Komödie ist äußerst gelungen. Schon die Anfangsszene gibt die Richtung vor, als die dreijährige Tonya von ihrer Mutter zum Eiskunstlauftraining gebracht wird.

    Margot Robbie spielt toll, es gibt jede Menge schräge Charaktere und der Humor ist überwiegend trockener Art. Hat ein wenig was von Coen. Bei einigen Szenen schüttelt man einfach nur lachend den Kopf. Dennoch wird die ernste Seite nie außer Acht gelassen. Während der zwei Stunden gibt es nicht einmal Leerlauf. Toll!

    8,5/10

    The Empty Hands {2017, Chapman To}

    Growing up with her karate instructor father (the increasingly ubiquitous Japanese veteran Yasuaki Kurata), Mari Hirakawa (Stephy Tang - Love is not all Around, La Lingerie) was forced into training at a young age, loathing every minute of it. But after losing a competition, she quits. Years later, her father’s death means Mari can finally sell the dojo and get on with her life. To her horror, she discovers that she will only inherit 49% of the property she has lived in her entire life. The remaining 51% has been left to Chan Keung (Chapman To), a former student and triad member who has just been released from prison.




    Atmosphärisches, teils fast meditatives Drama, das eine kleine Geschichte erzählt und seine Stärken eher im Kleinen ausspielt, in vielen Details in Mimik, Gestik, Dialog, der schönen Optik. Stephy Tang in der Hauptrolle spielt vorzüglich, aber auch die Nebenrollen sind gut besetzt. Dazu gibt's einen abwechslungsreichen, coolen Score. Man kann sich wirklich herrlich in den Film fallen lassen. Schön! Chapman To kann Regie.

    8/10