Her Private Hell 03/10
Das Anschauen dieses Films war für mich in etwa so als müsse ich einer sehr langweiligen Person zuhören, die mir während ihres endlosen Monologes zudem noch in Wasser aufgelöste Schlaftabletten in regelmäßigen Abständen einflößt.
Wie bei Nicolas Winding Refn zu erwarten ist die optische Präsentation mal wieder makellos. Er baut eine surreale Kunstwelt auf, die hübsch anzusehen, aber auch höchst steril und geradezu selbstverliebt erscheint, wenn beispielsweise das Szenenbild wieder und wieder in perfektester Symmetrie für die Kamera drapiert wurde. In dieser Neonlichtkulisse agieren Klischeefiguren entsprechend wie Modepüppchen in einem stylischen Werbe-Shooting, während die immer gleiche Streichermusik schon nach wenigen Minuten den Geduldsfaden des Zuschauers strapaziert, indem sie immer wieder Spannungsbögen herunter leiert, die als Untermalung des Bildes oft keinerlei Entsprechung finden.
Man kann "Her Private Hell" natürlich als Experimentalfilm betrachten, der so wild mit den Klischees erzählerischer Inszenierungen spielt, dass er sogar darauf verzichtet, eine Verbindung zum Zuschauer aufzubauen. Mir ist es jedenfalls zu keiner Zeit auch nur annähernd gelungen, Empathie für eine der Figuren oder das geringste Interesse an der Story zu gewinnen. Kein Mitfiebern, keinerlei Spannung.
Wo etwa ein David Lynch seine Traumbilder so faszinierend inszeniert, dass es die Gedankenflüsse im Hirn des aufgeschlossenen Betrachters auf Turbogeschwindigkeit rotieren lässt, bewirkt "Her Private Hell" als surrealistischer Film in seiner fürchterlichen Monotonie leider das genaue Gegenteil.
Klar liegt der Fokus dieses Films auf seinem höchst künstlerischen und gestalterischen Anspruch und Refn manifestiert hier in seiner Post-"Pusher"-Schaffensperiode erneut seinen ganz eigenen unverwechselbaren Stil, aber so völlig am Publikum vorbei auf jeglichen Unterhaltungswert zu verzichten, ist auf Dauer halt auch für ihm grundsätzlich wohl gesonnene Zuschauer zunehmend recht anstrengend.